Jan Seghers Lesung "Partitur des Todes" im Mais in Dreieich

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach 10. August 2008

© rheinmainbild.de/Klaus Leitzbach (alle Fotos des Artikels)  Autor mit Fan           Veranstaltungsleiter Barth mit Jan Seghers

 

Seit nunmehr 7 Jahren gibt es Kabarett, Musik und Literatur im Mais in Dreieich-Götzenhain.

Der Autor Jan Seghers alias Matthias Altenburg war zu einer Lesung seines neuen Werkes

PARTITUR DES TODES geladen. Der Veranstaltungsort ein weißes Zelt im Maisfeld.

 

Vor Veranstaltungsbeginn hatten wir Gelegenheit mit Veranstaltungsleiter Wolfgang Barth

von den Bürgerhäusern Dreieich ein Gespräch zu führen.

 

Wolfgang Barth erklärte uns, dass zunächst die Familie Frank ihr Maislabyrinth hier hatten

und sie sich als Veranstalter dann dort später angeschlossen haben.

 

Die Veranstaltungen seien im Laufe der Jahre gewachsen. Mit den bewusst niedrig gehaltenen Preisen der Veranstaltungen im Maisfeld wolle man auch Menschen als Besucher anlocken oder gewinnen, die sich sonst vielleicht eine solche kulturelle Veranstaltung nicht leisten könnten.

 

FFM JOURNAL fragte Wolfgang Barth, wie Autoren und Künstler für den Veranstaltungen

gewonnen werden?

 

„Auf unterschiedliche Weise, zum Beispiel durch Kontaktaufnahme unsererseits, aber inzwischen fragen auch viele Künstler an, ob sie einmal im Maisfeld auftreten könnten, so dass wir ein breites kulturelles Spektrum anbieten können.

 

Die meisten Besucher kommen aus der näheren Umgebung", so Wolfgang Barth.

 

Neben dem kulturellen Angebot gibt es auch einen Imbissstand - direkt am Eingang zum Maislabyrinth - der von der Familie Frank betrieben wird. Auch dort äußerst moderate Preise.

 

So kostet zum Beispiel ein Kaffee gerade mal 50 Cent oder ein Hefeweizen 1,50 €.

 

In diesem Jahr war die Veranstaltung zum erstenmal näher an Götzenhain gerückt, sodass der Veranstaltungsort direkt mit Strom versorgt werden kann und keine Angst mehr vor plötzlichen Ausfall der Generatoren besteht, so Wolfgang Barth.

 

Jan Seghers, der nach eigenen Worten fast nur operativ von seinem Fahrrad zu trennen ist, wollte auch an diesem Vormittag mit dem Rad zum Mais kommen.

 

Jan Seghers kommt, wenn auch nicht mit seinem Fahrrad, sondern mit seinem PKW, den

er am Rande des Maisfeldes parkte, wo er von Veranstaltungsleiter Wolfgang Barth begrüßt wurde.

 

Moderate Preise. Literatur im Mais. Moderator.

© rheinmainbild.de Imbissstand der Familie Frank, Info-Plakat, Veranstaltungsleiter und Moderator Frank Barth

 

Anschließend baten wir Jan Seghers für einige Exklusivbilder, sich vor dem Maisfeld zu positionieren, um so einen Bezug zum Veranstaltungsort herzustellen.

 

Kurz nach 10:30 Uhr - nach den einleitenden Worten von Wolfgang Barth - betrat Jan Seghers über einen Seiteneingang an der Bühne unter dem stürmischen Beifall der Anwesenden das Zelt.

 

Jan Seghers setzte sich auf den Stuhl, der hinter einem kleinen Tisch auf der Bühne stand und stellte sich seinem Publikum vor und skizzierte kurz, wie er seine Lesung gestalten wolle.

 

Während der nachfolgenden einstündigen Lesung aus seinem neuesten Buch „Partitur des Todes“, zeigte sich Jan Seghers äußerst engagiert und vermittelte mit ausdrucksstarken Worten sein Werk.

 

Es wurde am Ende mit langanhaltendem Beifall durch die Zuhörer bestätigt. Doch Stopp, eigentlich waren es ja fast nur Zuhörerinnen, denn von den ca. 100 Besuchern in dem bis auf den letzten Platz gefülltem Zelt waren gut neunzig Prozent Frauen.

 

Nach der Lesung gab Jan Seghers der Zuhörerschaft Gelegenheit Fragen an ihn zu stellen.

 

So gab der Autor bereitwillig Auskunft darüber, wie er zum Schreiben von Kriminalromanen gekommen war, und was er zuvor während seiner journalistischen Tätigkeit als Lektor und

Journalist eines Verlags gemacht hatte.

 

Auch während der knapp halbstündigen Befragung des Autors waren es zumeist die weiblichen Gäste, die Fragen stellten.

 

Eine Frage lautetete zum Beispiel:

 

Wie lange brauchen Sie, bis Sie ein neues Buch geschrieben haben?

 

Jan Seghers antwortete:

 

Zwei Jahre, ein Jahr lang recherchiere ich und 1 Jahr brauche ich zum Schreiben.

 

Nach der Befragung und lang anhaltendem Applaus ging Jan Seghers nach draußen vor das Zelt.

 

Dort stand am Rande des Maisfelds ein Tisch der Sprendlinger Bücherstube, an dem verschiedene Bücher und Hörbücher des Autoren angeboten wurden.

 

Jan Seghers nahm an einem Tisch daneben Platz und griff beherzt zu seinem Kugelschreiber und wartete auf die lange Schlange derer, die eine Signierung seines Buches wünschten.

 

Jan Seghers

© rheinmainbild.de 2008

 

Nachdem er schon eine geraume Zeit die Bücher seiner Fans signiert hatte, setzte plötzlich ein Regenschauer ein, so dass er seinen Tisch verlassen musste und am Nachbartisch der Sprendlinger Bücherstube unter dem schützenden Schirm Platz fand.

 

Dort setzte er dann seine Signierung noch lange fort, stetig nachfragend, für wen oder

welchen Anlass seine Unterschrift sei.

 

Fazit:

Eine wirklich gelungene Veranstaltung, Kultur auf höchstem Niveau zum bezahlbaren Preis.

 

So macht Kultur wirklich Spaß. Die Besucher erlebten Jan Seghers als einen Buchautor zum Anfassen, der trotz seines großen Erfolgs mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben ist.

 

Übrigens vergangene Woch erhielt Jan Seghers den Offenbacher Literaturpreis 2008 und ist für die kommenden 12 Monate Stadtschreiber von Offenbach.

 

FFM JOURNAL meint:

 

Auch das angrenzende Maislabyrinth der Familie Frank ist ein Besuch wert. (kl)

 

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