Kampagne " Pflegeeltern werden " mit Stefi Jones und Daniela Birkenfeld

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach 1. August 2008

Fotos: rheinmainbild.de 2008
Fotos: rheinmainbild.de 2008

 

 

 

Im Rahmen einer Pressekonferenz

der Stadt Frankfurt präsentierte Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld

das Konzept der Kampagne

„Pflegeeltern werden“.

 

Hintergrund der Kampagne sind bestürzende Nachrichten, die sich in beängstigender Anzahl wiederholen. 

 

 

Immer wieder ist in den vergangenen Jahren über Fälle von Kindervernachlässigung und Misshandlung berichtet worden.

Was aber geschieht mit Kindern, die aus solchen oder anderen Gründen nicht mehr

in ihren Familien bleiben können?

 

In vielen Fällen sucht das Jugend- und Sozialamt eine Pflegefamilie für sie. Leider stehen aber

nicht genug Pflegefamilien zur Verfügung.

 

Deshalb startete Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld am 1. August, um 14 Uhr

am Frankfurter Opernplatz die Werbekampagne "Pflegeeltern werden".

 

Die Pressekonferenz wurde am Rande der Frankfurter Opernplatzspiele in einem abtrassierten offenen Zelt abgehalten, das mit einem Holztisch und ringsrum mit Holzsitzbänken bestückt war.

 

„Auf die Pflegeeltern kommen besondere Situationen zu, denn die Kinder kommen zumeist aus schwierigen Verhältnissen“, sagte die Sozialdezernentin.

 

In der Hauptsache sind es Kleinkinder, die in Pflegefamilien kommen. Das Alter reicht von

null bis zwölf Jahren.

 

Während der Pressekonferenz berichteten die Pflegemütter Susanne Platt und Christiane Hoerschelmann den Medienvertretern von ihren Erfahrungen.

 

Doch was hat eigentlich Steffi Jones mit der Kampagne zu tun?

 

Diese Frage wird gleich beantwortet, doch zunächst zu den Erfahrungen der Pflegemütter.

 

Als Susanne Platt, die mit ihrem Mann in Frankenberg (Hessen) lebt von der Kampagne der Stadt Frankfurt erfuhr veränderte das ihr Leben gewaltig.

 

Bei dem Ehepaar wohnt inzwischen ein vierjähriger Junge und ein sechsjähriges Mädchen.

 

Die Mutter berichtet: "Ich bin aufgrund der Entfernung eine Woche bei der Bereitschafts-pflegefamilie eingezogen, um die Kleine an uns zu gewöhnen.

 

Das zweite Kind, ein Junge drogenabhängiger Eltern, musste, bevor er bei der Familie Platt

einziehen konnte, noch einen Drogenentzug im Krankenhaus durchmachen.

 

Es besteht mittlerweile die Aussicht, dass der heute 4 Jahre alte Junge voraussichtlich sehr bald adoptiert werden kann.

 

Am Opernplatz startet die Kampagne "Pflegeeltern werden"

Fotos v.l.n.r: Birkenfeld und Hoerschelmann, Steffi Jones und Daniela Birkenfeld präsentierten Kampagne-Plakat und Pflegemütter Platt und Hoerschelmann mit PFAD-Vorsitzende Kurek-Bender  © rheinmainbild.de/Klaus Leitzbach (alle Fotos des Artikels)

 

Mit am Tisch der Pressekonferenz saß auch Ines Kurek-Bender, eine Vertreterin von PFAD (Bundesverband der Pflege- und Adoptivfamilien).

 

Kurek-Bender Vorsitzende von PFAD Hochtaunuskreis kritisierte die dezentralen Strukturen des Jugendamtes scharf, die ihrer Meinung nach für das Dilemma der langen Verweilzeit von Kindern in Heimen oder Kurzzeit-Pflegefamilien verantwortlich sind.

 

Der Aktionsradius des Frankfurter Jugendamtes ist enorm, denn dessen Mitarbeiter betreuen insgesamt 292 Pflegefamilien (Stand 2008) und das bis hinauf ins Emsland.

 

Mit der Kampagne (Radiospots, Plakaten und großflächige Werbung auf Bussen)

möchte die Stadt mindestens 50 Pflegeeltern finden.

 

Und nun zu der Frage: Was hat die 35-jährige Steffi Jones mit der Kampagne zu tun?

 

"Wir haben in Frankfurt gerade 18 Kinder, die eine Pflegefamilie suchen, und es ist für sie wichtig,

dass sie eine finden". sagte Steffi Jones bei der Vorstellung der Kampagne.

 

Ihr zehn Monate alter Neffe werde derzeit auch von einer Pflegefamilie betreut.

 

"Daher habe ich einen Bezug zu dem Thema."

Steffi begeistert für Kampagne und Kicker

Steffi Jones nicht nur auf dem grünen Rasen spielfreudig, sondern auch am Kicker und im TV-Interview © rheinmainbild.de

 

Mit der 111-fachen Nationalspielerin hat die Stadt Frankfurt einen großen Sympathieträger für ihre Aktion gefunden.

 

Die Frankfurterin, die im Stadtteil Bonames aufwuchs, hat sich in ihrem Leben stets durchgekämpft und engagiert sich zunehmend für soziale Projekte ihrer Heimatstadt.

 

Steffi Jones zeigte sich am Rande der Pressekonferenz von höchst engagiert und gab einige TV Interviews, schrieb Autogramme und beantwortete bereitwillig auch die Fragen ihrer kleinsten Fans die zahlreich als Gäste der Opernplatzspiele anwesend waren.

 

Im Anschluss an die Pressekonferenz spielte Steffi Jones motiviert und begeistert mit Kindern der Opernplatzspiele an einem riesigen Tischfußballgerät (Superkicker).

 

Anschließend stellte sie gemeinsam mit Sozialdezernentin Birkenfeld das Plakat der Kampagne "Pflegeeltern werden" der Presse vor. (kl)

 


Wir möchten etwas zur Kampagne "Pflegeeltern gesucht" schreiben.

 

Wir haben schon mehrmals versucht, uns in diesem Bereich zu engagieren.

 

Es erschüttert uns immer wieder, wenn wir Beiträge über mißhandelte oder gar getötete Babys

sehen bzw. hören. Wir haben ein schönes Haus, ein gesichertes Einkommen und viel Zeit und Platz.

 

Aber uns wurde gesagt, dass wir mit 51 und 57 Jahren zu alt sind.

 

Ist es nicht besser, wenn ein Kind bei "Ersatzgroßeltern" lebt, als in einem Heim?

 

Es macht uns traurig, wenn viele Pflegefamilien gesucht werden und die, die helfen wollen,

abgelehnt werden. Wir wohnen im Emsland.

 

Jürgen und Kerstin G. (eingesandt)