Neue Tram 18 zum Frankfurter Bogen

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach 12. Oktober 2011

 

Die Bewohner des Preungesheimer Neubauviertels "Frankfurter Bogen" haben lange auf sie gewartet.

 

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde am gestrigen Sonntag, den 11. Oktober 2011,

die neue Straßenbahnlinie 18 in Betrieb genommen.

Eine Auseinandersetzung zweier Anbieterbaufirmen vor Gericht sorgte zunächst einmal für eine mehrjährige Verzögerung der Bausausführung der Strecke.

 

Als dann die juristischen Hürden beseitigt waren, konnte endlich mit dem Bau begonnen werden.

 

Was folgte, waren dann erhebliche Verkehrs-behinderungen während der jahrelangen Bauphase.

 

Insbesondere im Bereich einer der wichtigsten nördlichen Ein- und Ausfallstraßen Frankfurts in der Friedberger Landstraße mussten die Autofahrer wegen ständiger Änderungen der Verkehrsführung und damit einhergehender Staus viel Geduld haben.

 

Ebenso die Anwohner an der Strecke, die über mehrere Jahre Baulärm und Schmutz ertragen mussten.

 

Im Sommer 2011 sorgte dann eine am Bau beteiligte Firma für Wirbel, weil sie die Laternen mitten auf den Radweg installiert hatte. OB Petra Roth bezeichnete dies als einen "Schildbürgerstreich".

 

"Ich bin ganz glücklich, das ist eine deutliche Verbesserung!"

 

Renate G. gegenüber FFM JOURNAL, die Rentnerin hat bereits seit April 2008 auf die neue Anbindung gewartet

 

Doch jetzt scheint alles vergessen:

 

Die Bahnen der Linie 18 fahren auf der neuen Trasse inmitten der "Friedberger" und sorgen für eine deutliche Verbesserung im Frankfurter ÖPNV.

 

Davon profitieren nicht nur die etwa 5000 Bewohner des "Frankfurter Bogens", sondern auch die 3000 neuen Bewohner auf dem Gebiet der ehemaligen Housing Area der US-Armee der Wohngebiete New Atterberry und New Betts rund um die "Friedberger Warte".

 

Deutlich komfortabler ist auch das Umsteigen zwischen Bus und Bahn, da sich die Buslinie 30 zwischen Nibellungenplatz und Bodenweg die Haltestellen in der Mitte der Friedberger Landstraße mit der 18 teilt und so das lästige über die Straße laufen entfällt.

 

Die VGF rechnet mit täglich 13.000 Fahrgästen auf der Linie 18.

 

Insgesamt ist die Neubaustrecke zwischen der Rohrbachstraße im Nordend und dem

"Frankfurter Bogen" in Preungesheim rund 3,5 Kilometer lang und hat 8 neue Stationen.

Die Linie 18 verkehrt von Montag bis Freitag von 4 Uhr morgens bis 1.15 Uhr. Zwischen 6 Uhr und 21 Uhr fährt sie Im Zehn-Minuten-Takt.

 

Der südliche Endpunkt der Bahn ist von Montag bis Freitag der Lokalbahnhof in Sachsenhausen.

 

Und was sagen die Bewohner des Frankfurter Bogens zur Eröffnung der Tram?

 

"Ich bin ganz glücklich, das ist eine deutliche Verbesserung!" so Renate G. gegenüber FFM JOURNAL, eine Rentnerin, die bereits im April 2008 zum Frankfurter Bogen gezogen ist, hat seither sehnsüchtig auf die neue Anbindung der 18 gewartet.

 

"Bisher musste ich, so die ehemalige Bornheimerin umständlich mit dem Bus 63 zur Endstation der U-Bahn in Preungesheim fahren.

 

Von dort ging es dann weiter mit der U5 zur Konstablerwache und von hier nach nochmaligen Umsteigen mit der U4 nach Bornheim.

 

Nicht nur der umständliche Weg, sondern auch die oftmals langen Wartezeiten auf Bus und Bahn bei Wind und Wetter und vor allem abends im Dunkeln waren für mich sehr beschwerlich.

 

Deshalb habe ich die Zeit gezählt und die Inbetriebnahme der 18 herbeigesehnt.

 

Jetzt kann ich in nur wenigen Minuten zur Friedberger Warte fahren, um dort meine Einkäufe zu erledigen.

 

Wenn ich nun nach Bornheim fahren möchte, wo ich immer noch meinen Lebensmittelpunkt und meine sozialen Kontakte habe, dann geht das jetzt alles viel besser und schneller," so Renate G.

zu FFM JOURNAL.

 

Tram 18 auf neuen Wegen

© rheinmainbild.de/Klaus Leitzbach 2011

 

Und tatsächlich hat sich für die Bewohner des Frankfurter Bogens die Fahrtzeit zur Stadtmitte (Konstablerwache) mit nur 19 Minuten deutlich verkürzt.

 

Am Samstag fährt die 18 sogar bis Stadtgrenze Offenbach, wodurch die Bewohner Oberrads sogar eine umsteigefreie Verbindung in nur 17 Minuten ins Stadtzentrum Frankfurts erhalten.

 

Auch viele Bewohner des am Gravensteiner Platz gelegenen Seniorenheims "Wiesenhüttenstift" freuen sich, dass sie jetzt auch mit Rollator barrierefrei die Frankfurter Innenstadt erreichen

können.

 

Nicht zuletzt auch dadurch bedeutet die Eröffnung der Straßenbahnlinie 18 für viele Menschen

im Frankfurter Bogen und an der Strecke mehr Lebensqualität.

 

Zum Glück der Bewohner des Frankfurter Bogens fehlt jetzt nur noch das schon lange versprochene und geplante Einkaufszentrum am Gravensteiner Platz. (kl)

 

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