Kuba - Rückkehr zu einer besonderen Insel

redaktioneller Beitrag von Peter Wichmann 2012

Havanna Ufer © rheinmainbild.de/Peter Wichmann (alle Fotos des Artikels)
Havanna Ufer © rheinmainbild.de/Peter Wichmann (alle Fotos des Artikels)

 

"Kuba begeistert durch seine einzigartige nostalgische Mischung, bestehend aus den vielen Oldtimern im Alltagsverkehr, alte Gebäude, teils noch aus der Kolonialzeit und seinen karibischen Flair, der Lebensfreude und der Menschen"

 

Nachdem wir vor einigen Jahren zum ersten Mal Kuba besucht hatten, träumten wir immer von einer Rückkehr zu dieser besonderen Insel.

 

Da bei unserem ersten Aufenthalt baden, neben einer kurzen schnellen Rundreise im Vordergrund stand, wollten wir beim zweiten Mal die Insel selbst intensiver erleben. Dabei beschränkten wir uns auf einige wenige Orte, um dort jeweils mehr Zeit verbringen zu können, insbesondere zum Fotografieren.

 

"...Straßenschilder sind selten zwar sind die Einheimischen sehr hilfsbereit sprechen in der Regel aber nur Spanisch."

 

Die ersten sechs Tage verbrachten wir so alleine in Havanna, um die Hauptstadt Kubas richtig kennen zu lernen. Neben der von der Unesco als Weltkulturerbe ausgezeichnete Altstadt mit der Kathedrale, der weltberühmten Uferpromenade Malecon, dem US-Amerikanischen Vorbild gebauten ehemaligen Regierungsgebäude Capitol besichtigten wir auch das moderne Havana mit dem Hotel National und dem Platz der Revolution mit dem großen Che Guevara Bildnis.

 

Oft ließen wir uns auch nur durch die Straßen treiben, immer wieder erstaunt über amerikanische Straßenkreuzer der fünfziger und sechziger Jahre und prachtvolle alte Gebäude, viele allerdings in allen Stadien des Verfalls. Aber gerade das macht ja einen Teil des morbiden Charmes der Stadt aus.

 

Am Ende der ersten Woche verließen wir Havanna mit einem Mietwagen um neue Facetten der Insel kennen zu lernen.

 

Außerhalb der Hauptstadt wurde der Verkehr spärlicher, neben wenigen Autos sahen wir vermehrt Reiter und Pferdekutschen und Ochsenkarren. Die zu unserer Überraschung neben zahlreichen Fußgängern und wenigen Autos auch auf den Autopistas, der kubanischen Autobahn, unterwegs waren.

 

Schwierig war meist die Orientierung, Straßenschilder sind selten zwar sind die Einheimischen sehr hilfsbereit sprechen in der Regel aber nur Spanisch.

 

Dazu muß auf den Autopistas mit allem gerechnet werden, querende Menschen

 

und Tiere, Fahrzeuge die plötzlich stoppen oder wenden, Reiter die gegen die Fahrtrichtigung unterwegs sind etc.

 

Unseren ersten Stopp machten wir in Sancta Clara, wo wir das Che Guevara Mausoleum besuchten, der Revolutionsführer wird in Kuba immer noch als Nationalheld verehrt.

 

Am nächsten Tag erreichten wir Trinidad, eine der schönsten Städte des Landes.

 

Trinidad fasziniert durch seine bunten, meist eingeschossigen Häuser.

 

"Kuba begeistert durch seine einzigartige nostalgische Mischung, bestehend aus den vielen Oldtimern im Alltagsverkehr, alte Gebäude, teils noch aus der Kolonialzeit und seinen karibischen Flair, der Lebensfreude und der Menschen"

 

Bildimpressionen

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Nach zwei Tagen in einer netten Privatunterkunft inmitten der Altstadt fuhren wir zurück Richtung Westen in dei Provinz Pinar del Rio, wo angeblich der beste Tabak der Welt angebaut wird.

 

Wir nutzten die Zeit für einige Wanderungen in die Natur der Insel und haben dabei viele Fotoaufnahmen gemacht.

 

Vor unserer Rückkehr legten wir dann noch einige Badetage im äußersten Westen, in Maria la Gorda, ein. Der Strand dort ist zwar sicher nicht mit Varadero vergleichbar, dafür fehlt aber auch der ganze Rummel, ein guter Ort zum Relaxen.

 

Nach 18 Tagen verließen wir die Insel. Wir hatten ein besonderes Land besucht.

 

Kuba begeistert durch seine einzigartige nostalgische Mischung, bestehend aus den vielen Oldtimern im Alltagsverkehr, alte Gebäude, teils noch aus der Kolonialzeit und seinen karibischen Flair, der Lebensfreude und Freundlichkeit der Menschen. (pw)

 

Straßenkreuzer aller Art

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Hintergrund

Kuba die größte aller karibischen Inseln hat ca. 11 Millionen Einwohnern und eine der letzten sozialistischen Volkswirtschaften. Kubas Hauptstadt ist auch die größte Stadt Havanna mit

ca. 2 Millionen Einwohnern.

 

Nach der Revolution im Jahre 1959 kam es zu einer Massenflucht von der Insel. Bis heute sind Hunderttausende Kubaner von der Insel geflohen. Viele Kubaner emigrierten in die USA und besonders nach Florida.

 

Nach Enteignungen großer US-amerikanischer Wirtschaftsunternehmen und auch Großgrundbesitzer verhängten die USA seit 1961 Sanktionen gegen Kuba, die bis heute zu einem als dauerhaftes Embargo bestehen. Auf Grund der strategischen Lage Kubas eskalierte 1962 der Konflikt zwischen den USA und der UdSSR in der sogenannten Kubakrise.

 

Als in den 1990er Jahren die wichtigsten Geldgeber und Handelspartner (Sowjetunion und Ostblockstaaten) politisch und wirtschaftlich zusammenbrachen, kam es in Kuba zu einer schweren Wirtschaftskrise. Ölmangel, Nahrungsmittelrationierungen der Zusammenbruch des Verkehrswesen und der Industrie, setzten der kubanischen Bevölkerung enorm zu.

 

Auch heute noch sind viele Konsumgüter rationiert (Fleisch gibt es selten), die es auch mit Lebensmittelkarten nicht gibt. Als Ersatz für den verlorengegangenen Außenhandel (Wegfall von Devisenquellen) begann man die Tourismusindustrie in Zusammenarbeit mit international tätigen Tourismusunternehmen zu entwickeln. Es entstanden Hotels und weitere touristische Einrichtungen.

 

Heute nimmt der Tourismus eine Spitzenstellung in der Wirtschaft ein und ist die wichtigste Einnahmequelle für Devisen. Inzwischen haben die Entdeckung von neuen Ölvorkommen und die Vermarktung der bedeutenden Nickelvorkommen zur Stabilisierung der kubanischen Wirtschaft beigetragen.

 

Und dennoch, viele der alten oft renovierungsbedürftigen Häuser sind überbelegt, denn Wohnraum ist knapp in Kuba. Das wichtigste Exportgut der Landwirtschaft ist der Zucker gefolgt von Tabak. Neben dem guten Bildungssystem gibt es in Kuba auch ein gut entwickeltes Gesundheitssystem, was viele Touristen veranlasst ihren Ferienaufenthalt mit einer medizinischen Behandlung zu verbinden.

 

Andere reisen eigens nur für Spezialbehandlungen wie Augenoperationen und Zahnarztbehandlungen nach Kuba. Entgegen den kubanischen Willen unterhalten die USA in Kuba einen Marinestützpunkt an der Guantanamo Bucht, der nach dem 11. September 2001 weltweit bekannt wurde. Dort halten die USA Terrorverdächtige in einem Militärgefängnis gefangen.

 

Eine weitere Besonderheit sind die kubanischen Autokennzeichen (siehe unten).

 

Kubanische Autokennzeichnung und ihre Bedeutung

© rheinmainbild.de/Peter Wichmann
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  • schwarzes Kennzeichen = Diplomaten
  • weißes Kennzeichen = Minister
  • gelbes Kennzeichen = Privates Fahrzeug
  • blaues Kennzeichen = Staatliches Fahrzeug
  • rotes Kennzeichen = ausländischer Unternehmer
  • grünes Kennzeichen = Verteidigungsministerium