IAA 2019 - Zeitenwende

Wandel zur E-Mobilität auf der Frankfurter Autoschau - voll elektrisch. voll digital.

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach und Friedhelm Herr

Bundeskanzlerin Angela Merkel IAA Eröffnung 2019 © mainhattanphoto/Klaus Leitzbach
Bundeskanzlerin Angela Merkel IAA Eröffnung 2019 © mainhattanphoto/Klaus Leitzbach

 

"Auf der IAA geben wir Millionen aus, das Geld könne man anders,

ja smarter einsetzen".

 

Die IAA 2019 steht voll im Trend der E-Mobilität, und viele neue elektrische und teilelektrifizierte Modelle sind auf der diesjährigen IAA zu sehen. Dennoch könnten es noch viel mehr sein, denn

viele Hersteller bleiben der Autoschau in Frankfurt fern.

 

Rund 30 Automarken sind in Frankfurt nicht dabei, dazu zählen die namhaften Hersteller Peugeot, Citroen, Volo, Toyota, Fiat und Nisan. Natürlich gibt es bei jeder IAA Absagen, aber die hohe Zahl gefährtet lässt um die Zukunft der Messe bangen.

 

Der Autohersteller Volvo kommt bereits seit 2015 nicht mehr zur Internationalen Automobil-ausstellung in die Mainmetropole. Beim ersten Fernbleiben begründete dies der damalige Marketing- und Vertriebsvorstand Alain Visser wie folgt: "Auf der IAA geben wir Millionen aus, das Geld könne man anders, ja smarter einsetzen".

 

IAA Motto 2019: “Driving tomorrow“

Auftakt-Pressekonferenz 2019 Quelle: IAA
Auftakt-Pressekonferenz 2019 Quelle: IAA

 

Erstmals wurde in diesem Jahr die VDA-Pressekonferenz zum Auftakt der IAA, um eine Woche vorgezogen und fand bereits am Montag den 2. September statt.

 

Die Gründe dafür legte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA),

(siehe oben Bildmitte) auf der Pressekonferenz da und nannte drei Gründe dafür:

 

Erstens unterscheidet sich diese IAA – und das gesellschaftlich-politische Umfeld – stark von bisherigen Veranstaltungen. Es sind Demonstrationen im Umfeld der IAA angekündigt. Wir haben diesen NGO ein Dialogangebot gemacht. Darüber wollen wir Sie informieren.

 

Zweitens haben wir die IAA neu und umfassender konzipiert. Wir wollen Ihnen das näher erläutern.

 

Und drittens möchten wir Ihnen die Möglichkeit geben, sich frühzeitig auf die IAA vorzubereiten, bevor es am 9. September mit den ersten Veranstaltungen losgeht. Überdies werde ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Märkte unter Berücksichtigung der Handelskonflikte geben.

 

Greenpeace-Aktivisten auf der IAA

Greenpeace-Aktivistin auf der IAA 2019 © mainhattanphoto/Friedhelm Herr
Greenpeace-Aktivistin auf der IAA 2019 © mainhattanphoto/Friedhelm Herr

"Die Automobilindustrie verspürt erheblichen Gegenwind, in Zeiten des Klimawandels ist auch die gesellschaftliche Stimmung aufgeheizt und in bezug auf die zukünftige Ausrichtung der Mobilität gespalten".

 

Das IAA-Leitmotiv ist “Driving tomorrow“: Das Morgen zu gestalten ist unser Anspruch!

 

Die Automobilindustrie befindet sich in einem enormen Transformationsprozess, der durch drei Herausforderungen geprägt ist:

 

  1. Klimaschutz, CO2-Ziele, alternative Antriebe.
  2. Digitalisierung, Vernetzung, automatisiertes Fahren – mit Auswirkungen auf das gesamte Verkehrssystem.
  3. Die globale Ausrichtung der Automobilindustrie – in Zeiten von Protektionismus und Handelskonflikten.

 

All diese Punkte betreffen sowohl den Industriestandort Deutschland - das spüren unsere Hersteller und Zulieferer - als auch den gesellschaftlichen Diskurs, so Mattes.

 

Übersetzt heißt dies: Die Automobilindustrie verspürt erheblichen Gegenwind, in Zeiten des Klimawandels ist auch die gesellschaftliche Stimmung aufgeheizt und in bezug auf die zukünftige Ausrichtung der Mobilität gespalten.

 

Dennoch zeigt sich Mattes optimistisch: „Wir sind nicht nur Ausstellung, sondern wir sind mehr.

Wir sind die Plattform für die individuelle Mobilität der Zukunft.“

 

Ob es allerdings die IAA in zwei Jahren noch geben wird bleibt offen, nicht alle Automobilexperten sind davon überzeugt. Das Sinken der Anzahl der Aussteller von 1.000 auf knapp 800 in diesem Jahr kann ein Indiz sein.

 

IAA 2019 Bildergalerie