Millennium-Tower in Frankfurt wird der höchste Wolkenkratzer der EU

Bebauungspläne für das Millennium-Areal vorgestellt

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach veröffentlicht am 8. Dezember 2021

Millennium-Areal Quelle: © CA IMMO
Millennium-Areal Quelle: © CA IMMO

„Wir werden ein Gebäude mit internationaler Strahlkraft schaffen“

Planungsdezernent Mike Josef

 

Die Frankfurter Skyline bekommt spektakulären Zuwachs. Der Millennium-Tower mit ca. 288 Metern und 69 Etagen soll nicht nur das höchste Hochhaus Deutschlands werden, sondern der europäischen Union.

 

Im Frankfurter Europaviertel gegenüber der Messe soll in den kommenden Jahren das sogenannte „Millennium-Areal“ entwickelt werden.

 

Bei der Präsentation der Pläne sagte Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef am Montagmittag: „Wir werden ein Gebäude mit internationaler Strahlkraft schaffen“.

 

Aus einem Architektenwettbewerb war der Entwurf des Frankfurter Architekten Ferdinand Heide (58) als Sieger hervorgegangen

 

Wie der Siegerentwurf zeigt, soll neben dem Millenniums-Tower (Turm A) ein zweiter 157 Meter hoher Turm (Turm B) als Wohn- und Geschäftsgebäude errichtet werden.

 

An der Spitze des Millennium-Towers ist die für die Öffentlichkeit zugängliche sogenannte "Skyhall“ vorgesehen. Diese komplett verglaste Halle (siehe Bild unten) für bis zu 199 Personen ist nach Südwesten ausgerichtet und nachts beleuchtet.

 

In der Halle sind Stufen vorgesehen – eine sogenannte Himmelstreppe – sodass die knapp 20 Meter hohe Halle sowohl für Events als auch als Aussichtsplattform genutzt werden kann.

 

 

Grandioser Blick von der "Skyhall" über Frankfurt und die Region

Quelle: © CA Immo

 

Der abgeschlossene Realisierungswettbewerb macht nun die weitere Entwicklung des sogenannten Millennium Areals möglich. Die Stadt Frankfurt und die CA Immo haben für das Areal ein Konzept für ein gemischt genutztes Gebäudeensemble mit zwei unterschiedlich hohen Hochhäusern und einer Blockrandbebauung entwickelt.

 

Die Blockrandbebauung und das niedrigere Hochhaus, wird überwiegend aus Wohnungen bestehen, die in den Erdgeschossen sowie in den unteren Etagen durch öffentliche Nutzungen wie Gastronomie, Einzelhandel, Dienstleistungen und eine Kita ergänzt werden sollen. Dadurch soll ein lebendiges und vielfältiges Quartier entstehen.

 

Millennium-Tower Ausstellung im Atrium Planungsdezernat Frankfurt

Siegerentwurf und Mitbewerber

© photo alliance.de / Klaus Leitzbach

Nachhaltigkeit durch innovatives Energiekonzept und ökologische Standards

 

Bereits bei der Ausschreibung des Wettbewerbs hatte CA Immo neben einer herausragenden architektonischen und städtebaulichen Qualität auch hohe Anforderungen an sowohl eine ressourcenschonende und klimafreundliche Realisierung als auch den künftigen Betrieb des Gebäudeensembles vorgegeben.

 

Ein innovatives Energiekonzept, sorgt dafür, dass ein Großteil der von den Gebäuden benötigten Energie regenerativ direkt im und am Gebäude erzeugt werden soll. Dazu gehört der Einsatz großflächiger Photovoltaikanlagen in den Fassaden der Hochhäuser, sowie die Speicherung und Nutzung innerer Wärmequellen der Gebäude.

 

Die zu verwendenden Baumaterialien sollen sowohl bei Gewinnung als auch bei der Verarbeitung anerkannten ökologischen und sozialen Standards entsprechen. Die Baumaterialien sollen in möglichst geringem Maße „graue Energie“ binden. Außerdem sollen sie geringe Betriebsaufwendungen für die Reinigung und Instandhaltung verursachen und eine lange Lebensdauer aufweisen, sowie rückbau- und recyclingfähig sein.

 

CA Immo hatte bereits umfangreiche Voruntersuchungen bezüglich dieser Nachhaltigkeitsaspekte angestellt und deren Ergebnisse den Teilnehmern des Architekturwettbewerbs als Zielsetzung und konkrete Planungshinweise mitgeteilt.

 

"Spektakuläre Architektur durch den sogenannten Twist"

Millennium-Areal Türme A und B | Quelle: ©  CA Immo
Millennium-Areal mit Türmen A und B | Quelle: © CA Immo

 

Der Vorsitzende des Preisgerichts, Johann Eisele, bezeichnete den Entwurf als "spektakuläre Architektur".

Es ist vorgesehen die Türme A (Millennium-Tower) und B mit einem sogenannten Twist zu errichten, das bedeutet sie sollen in sich verdreht werden, wodurch Terrassen entstünden und sich die Abstände zwischen den Gebäuden erhöhen. Dadurch können hellere Wohnungen gebaut werden und auch die in die Fassade integrierten Photovoltaik-Anlagen bekämen mehr Sonnenlicht, so Eisele.

 

Insgesamt sollen auf dem Millenniums-Areal etwa 500 Wohnungen entstehen, davon sollen etwa 40 Prozent öffentlich gefördert sein. Planungsdezernent Josef ist überzeugt, dass dies entscheidend zu einer sozialen Durchmischung für das gesamte Quartier beiträgt.

 

Bis zur Umsetzung des Projekts "Millennium-Areal" wird es aber noch eine geraume Zeit dauern.

 

Mit dem Baubeginn wird frühestens 2025/2026 gerechnet, deshalb wird wohl erst im Jahr 2030 der Millennium-Tower Frankfurts Skyline entscheidend neu prägen. (kl) 

 

So könnte Frankfurts Skyline 2030 aussehen

Frankfurt Skyline 2030 mit Millennium-Tower Quelle: © CA Immo
Quelle: © CA Immo