IAA 2017 in Frankfurt

Hat das Öl-Auto noch eine Zukunft oder kommt bald flächendeckend die Elektromobilität auf unsere Straßen?

 

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach und Friedhelm Herr                         12. - 24. September 2017

FFM JOURNAL Interview mit Greepeace-Experte Andree Böhling vor der IAA © rheinmainbild.de/Friedhelm Herr
FFM JOURNAL Interview mit Greepeace-Experte Andree Böhling vor der IAA © rheinmainbild.de/Friedhelm Herr

 

Auf der IAA in Frankfurt sind auch 2017 wieder die ps-starken Fahrzeuge, die das Auge des Betrachters anziehen. Bereits am ersten Pressetag wurden sie umlagert und vielfach fotografiert

und gefilmt.

 

Es scheint, dass sie nichts von ihrer Faszination verloren haben, trotz Klimawandel und zur Neige gehenden Öl-Reserven.

 

"Die deutschen Automobilhersteller sind auf Kollisionskurs zum globalen Klimaschutz"

Greenpeace-Verkehrsexperte Andree Böhling

 

ungebremste PS-Faszination? © rheinmainbild.de
ungebremste PS-Faszination? © rheinmainbild.de

Vor dem IAA-Gelände macht jedoch eine Protestaktion von Greenpeace auf sich aufmerksam.

 

Dort haben sich zehn Aktivisten der Organisation vor einem Volkswagen positioniert, der scheinbar im Boden steckt.

 

"Die deutschen Automobilhersteller sind auf Kollisionskurs zum globalen Klimaschutz",

sagt Greenpeace-Experte Andree Böhling

im FFM JOURNAL Interview.

 

 

"Der Verkehr muss schon sehr bald ohne Öl auskommen. In diesem Wandel werden nur Hersteller bestehen, die schnell saubere und zukunftsfähige Angebote auf den Markt bringen", so Böhling.

 

"Der Verkehr muss schon sehr bald ohne Öl auskommen"

Greenpeace-Verkehrsexperte Andree Böhling im FFM JOURNAL INTERVIEW © rheinmainbild.de/Friedhelm Herr
Greenpeace-Verkehrsexperte Andree Böhling im FFM JOURNAL INTERViEW © rheinmainbild.de/Friedhelm Herr

 

Deutsche Hersteller reagieren zu langsam, das Dieselauto ist keine Lösung im Klimaschutz, es ist Teil des Problems", wie Böhling betont. Andere Länder wie Frankreich, Großbritannien, China und Indien haben bereits angekündigt, künftig auf Elektro-Autos zu setzen.

 

Schöne neue Autowelt?

Am Messestand von VW ist die flächendeckende Elektromobilität bereits Wirklichkeit © rheinmainbild.de 2017
Am Messestand von VW ist die flächendeckende Elektromobilität bereits Wirklichkeit © rheinmainbild.de 2017

 

Bei verschiedenen deutschen Herstellern sind auf den Messeständen Elektrofahrzeuge zu sehen, oft allerdings nur Studien. Die schöne neue Autowelt lässt noch auf sich warten, denn serienreife und für den Verbraucher bezahlbare Modelle sind dort nicht zu finden. Stattdessen dominieren auch in diesem Jahr wieder SUV´s und andere ps-starke Autos.

 

Diesel-SUV, Chrome und viel PS

Ungebremste Faszination Auto © rheinmainbild.de/Klaus Leitzbach

 

In Zeiten von Dieselskandal und Kardellverdacht zeigt die deutsche Autoindustrie auf der IAA wieder viel Chrome und PS und scheint ihr gegenwärtiges Imageproblem nicht wahrzunehmen.

 

Eröffnungsfeier und Presserundgang mit Kanzlerin Angela Merkel

Eröffnungsfeier und Presserundgang mit Bundeskanzlerin Merkel

© rheinmainbild.de

" In einzelnen Unternehmen unserer Branche - im Inland und im Ausland - sind gravierende Fehler passiert "

VDA-Präsident Matthias Wissmann

 

" Wir haben es Ihnen, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, in den vergangenen Wochen und Monaten nicht immer leicht gemacht", so Matthias Wissmann in seiner Rede. Weiter sagte Wissmann: "Diese Monate sind stark geprägt von Kritik und Misstrauen gegenüber unserer Branche. Deshalb möchte

ich Ihre Anwesenheit nutzen, um nochmals eines klarzustellen:

 

In einzelnen Unternehmen unserer Branche – im Inland und im Ausland – sind gravierende Fehler passiert.

 

Fehler, die nicht hätten passieren dürfen.

Fehler, die dem Selbstverständnis unserer Industrie widersprechen.

Fehler, die wir erkannt haben und denen wir mit aller Konsequenz nachgehen.

 

Wir sind uns bewusst, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Dies zurückzugewinnen, ist unser zentrales Anliegen.

 

Pauschale Urteile über die Automobilindustrie sind nicht gerechtfertigt. Die Fakten verlangen nach Differenzierung – nicht zuletzt im Interesse von über 815.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei unseren Herstellern und Zulieferern, die jeden Tag harte und ehrliche Arbeit leisten. "

 

" Unternehmen der Automobilindustrie haben Regelungslücken exzessiv ausgenutzt "

Bundeskanzlerin Angela Merkel