Frankfurter Buchmesse 2014

Die Finnen waren da. "Finnland.Cool"

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach 12. Oktober 2014

Giovanni Di Lorenzo Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit und Ladies in Red © rheinmainbild.de

 

„Buchverlage dehnen ihre Spielräume maximal aus, sie experimentieren mit Inhalten und Technologien, und dieser Erfindergeist durchzieht die Buchmesse.“

 

Buchmesse-Direktor Juergen Boos

 

Obwohl die Frankfurter Buchmesse 2014 wieder ein Publikumsmagnet war, so kamen in diesem Jahr erneut weniger Besucher zur Bücherschau.

 

Insgesamt waren während der fünf Tage rund 270 000 Menschen zur größten Bücherschau der Welt gekommen.

 

Während die Besucherzahlen beim allgemeinen Lesepublikum (Zugang zur Messe nur Sa + So) zahlenmäßig auf dem Niveau von 2013 lagen, kam es beim Fachpublikum - nach vorläufiger Bilanz - zum einem Rückgang von etwa zwei Prozent.

 

Insgesamt kamen zur Messe, die vom Dachverband der deutschen Buchbranche organisiert wird, rund 7000 Aussteller aus 100 Ländern.

 

Dennoch zieht Buchmesse-Direktor Juergen Boos ein positives Fazit und wird mit den Worten zitiert: 

 

"Dem Unternehmungslustigen gehört die Welt. Dazu gehört Mut, Grenzen zu überschreiten, geistig auch mal ,umzuziehen´in andere Nationen oder Branchen - oder sich einfach auf Kunden zuzubewegen."

 

Die Aufbruchsstimmung der Branche sei auf der Messe zu spüren gewesen: „Buchverlage dehnen ihre Spielräume maximal aus, sie experimentieren mit Inhalten und Technologien, und dieser Erfindergeist durchzieht die Buchmesse.“

 

Sofi Oksanen - Autorin und Rednerin des Ehrengastes Finnland

Sofi Oksanen, Autorin, Literarische Rednerin des Ehrengastes Finnland © rheinmainbild.de/Klaus Leitzbach (alle Fotos)

 

Die von 2008 bis 2013 von der FAZ herausgegebene kostenlose Buchmesse-Zeitung gab es

dieses Jahr nicht mehr.

 

Bis letztes Jahr erschien die 24seitige Printausgabe der Buchmesse-Zeitung täglich in einer

Auflage von 40.000 Exemplaren und konnte zusätzlich bereits am Vorabend im PDF-Format

auf der Website des Verlags heruntergeladen werden.

 

In diesem Jahr wurde die Buchmesse-Zeitung durch ein Blog ersetzt.

 

Finnland-Pavillon erlebt waren Besucheransturm

Finnland-Pavillon © rheinmainbild.de
Finnland-Pavillon © rheinmainbild.de

 

Finnland präsentiert sich in Frankfurt „cool“. Drei Design-Studenten haben eine Winterlandschaft aus Eis und Schnee gebaut, in der ein Park und eine Bibliothek zum Verweilen einladen. Die Besucher können sich am Kopf verkabeln lassen – die Gehirnströme werden dann in Gedichte umgewandelt.

 

Einen wahren Besucheransturm habe der Finnland-Pavillon im Forum der Frankfurter Buchmesse erlebt, der, in klarem, hellem finnischem Design gehalten, der Literatur und Poesie des nordischen Landes gewidmet war. Schon während der ersten drei Messetage tummelten sich zahlreiche Besucher im Pavillon und lauschten den literarischen Veranstaltungen und Lesungen, die von den rund 60 anwesenden finnischen Autorinnen und Autoren gestaltet wurden.

 

"Finnland.Cool" und Rosa Lisom

Autorin Rosa Liksom © rheinmainbild.de 2014

 

 "Finnland.Cool" war das Motto der diesjährigen Buchmesse und der finnische Messeauftritt hat tatsächlich alle begeistert.

 

Aus Finnland waren rund 40 Verlage in Frankfurt anwesend, die eine positive Bilanz ziehen.

 

"Jährlich werden in der Regel etwa 30 bis 40 Titel aus dem Finnischen oder Finnlandschwedischen ins Deutsche übersetzt. Dass wir mit 130 Neuerscheinungen in deutscher Sprache nach Deutschland kommen können, hat selbst unsere Erwartungen übertroffen und wir sind damit unserem Hauptziel, die finnische Literatur in den Buchmärkten der Welt bekannter zu machen, ein großes Stück näher gekommen", sagt Iris Schwanck, Direktorin von FILI und Leiterin des Gastlandprojekts "Finnland. Cool".

 

„Unsere Verleger verzeichneten einen sprunghaften Anstieg an neuen Geschäftskontakten und konnten bereits auf der Messe viele fruchtbare Gespräche mit internationalen Verlagshäusern führen. Dieses hohe Interesse ist nicht zuletzt auf unsere erfolgreiche Finnland. Cool.-Präsentation zurückzuführen“, so die Projektleiterin.

 

Bildimpressionen Frankfurter Buchmesse 2014

© rheinmainbild.de

Hintergrund:

Frankfurt musste zwar im Zeitalter der Aufklärung ihre führende Rolle an Leipzig abtreten, dennoch hat die Stadt eine mehr als 500-jährige Tradition als Marktplatz für Literatur.

 

Durch die Teilung Deutschlands gewann die Frankfurt wieder an Bedeutung. Während heute

die Leipziger Buchmesse im Frühjahr stattfinden, ist die Frankfurter Buchmesse im Herbst.

 

In ihrer heutigen Form gibt es die Buchmesse in der Mainmetropole seit dem Jahr 1949.

 

Seit Mitte der 70er-Jahre gibt es jedes Jahr einen thematischen Schwerpunkt und seit Mitte der 80er-Jahre präsentiert sich in Frankfurt jeweils ein Gastland oder eine Gastregion.

 

Das Gastland oder die Gastregion stellen auf der Buchmesse ihre literarische Produktion vor und werden von einem kulturellen Rahmenprogramm begleitet.

 

Ehrengast 2014 - 2016:

 

  • Finnland (2014)
  • Indonesien (2015)
  • Niederlande und Flandern (2016)

 

Buchmessezahlen 2014:

  • 275.000 Messebesucher (2013: 270.000 Besucher)
  • viele Neuaussteller
  • 100 Neuaussteller im Bereich Kinder- und Jugendbuchliteratur
  • 7.000 Aussteller aus über 100 Ländern
  • Business Club (2014 neu) wurde von rund 3.000 Besucher aus über 50 Ländern besucht