Welt-Alzheimertag 2015

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach

Bildquelle: Alzheimer Gesellschaft            Prof. Dr. med Andreas Reif, Direktor der Klinik für Psychiatrie © rheinmainbild.de

 

"Demenz und Alzheimer wird in Zukunft noch mehr Menschen betreffen,

denn 2050 werden wir in Deutschland über eine Million 100jährige haben"

Prof. Andreas Reif von der Uniklinik Frankfurt

 

Die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie hatte am Dienstag gemeinsam

mit der Alzheimer-Gesellschaft Frankfurt e.V. zu einen öffentlichen Informationsabend und

Lesung unter dem Thema: „Kognitive Störungen im Alter“ eingeladen.

 

Dipl.-Psych. Ruth Müller von der Alzheimer-Gesellschaft Frankfurt begrüßte die Zuhörer und moderierte die Veranstaltung. 

Der Abend fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe der Frankfurter Psychiatriewoche und des Welt-Alzheimertages 2015 statt.

 

Motto: „Demenz – Vergiss mich nicht“

 

Prof. Reif hieß in seiner Einführungsrede die Gäste und besonders die Alzheimer-Gesellschaft Frankfurt herzlich willkommen und freute sich auf eine gute Zusammenarbeit.

 

Lesung von Hans Karl Müller aus dem Buch "Der lange Abschied"

Dipl.-Psych. Hans Karl Müller während seiner Lesung                  Dr. med. David Prvulovic während seines Kurzvortrags

 

Die Räumlichkeiten seiner Klinik stünden für künftige Veranstaltungen der Alzheimer-Gesellschaft gerne offen.

 

Anschliessend stellte Oberarzt Dr. David Prvulovic - er begleitete Yvonne Herber therapeutisch während ihrer Behandlung im Universitätsklinikum Frankfurt - neue Methoden der Demenztherapie vor.

 

Er wies dabei auch auf eine neue Behandlungs-studie hin, die in Kürze zur Alzheimerbehandlung starten wird.

 

"Mir ist es ein großes Anliegen Ihnen zu sagen: Wenn ein Angehöriger von Ihnen Alzheimer hat, holen Sie sich von außen Hilfe"

Autor Hans Jürgen Herber

 

 

Danach las Hans Karl Müller in der etwa einstündigen Lesung aus dem Buch "Der lange Abschied"

und brachte dabei die anrührenden Erlebnisse aus dem Leben der Frankfurter Familie Herber auf eindrucksvolle und lebhafte Weise zum Ausdruck.

 

Hans Jürgen Herber, dessen Frau Yvonne 2010 an Alzheimer erkrankte, begleitet sie bis zu ihrem Tod im Januar 2015.

 

Die Zuhörer wurden durch die bewegende Geschichte, die Hans Jürgen Herber erlebte gefesselt.

 


Lesung aus dem Buch: "Der lange Abschied" Covertext des Buches

Das Buch © rheinmainbild.de
Das Buch © rheinmainbild.de

Yvonne Herber ist erst vierzig Jahre alt,

als sie eine schockierende Diagnose erhält:

Sie hat Alzheimer.

 

Ihr Mann Hans gibt ihr das Versprechen,

sie nicht alleine zu lassen und durch alles hindurch zu begleiten.

 

Doch was wie Selbstverständlichkeit klingt, wird zur Zerreißprobe.

 

Hans Jürgen Herber erzählt mutig und mit entwaffnender Offenheit, was es bedeutet, seine Frau und die Mutter seines Sohnes nach und nach an Alzheimer zu verlieren.

 

Er beschreibt eine Beziehungsreise, die berühren, aber auch irritieren oder provozieren mag.

 

Sicher macht sie auch Mut, nach ungewöhnlichen Lösungen zu suchen. 


Während der Diskussion am Ende der Lesung stellte das Publikum Fragen an die Experten der

Uniklinik und der Alzheimer-Gesellschaft.

 

Autor Hans Jürgen Herber: "... holen Sie sich von außen Hilfe"

Hans Müller und Hans Jürgen Herber © rheinmainbild.de
Hans Müller und Hans Jürgen Herber © rheinmainbild.de

 

Hans Jürgen Herber der Autor des Buches

"Der lange Abschied", dass er gemeinsam unter Mitwirkung von Ulrich Beckers schrieb, trat vor die Zuhörerschaft und sagte:

 

"Mir ist es ein großes Anliegen, Ihnen zu sagen: Wenn ein Angehöriger von Ihnen Alzheimer hat,

holen Sie sich von außen Hilfe".

 

 

Am Ende der Veranstaltung hatten die Anwesenden Gelegenheit zum weiteren Gedankenaustausch,

denn die Frankfurter Alzheimer-Gesellschaft hatte reichlich Speisen und Getränke bereitgestellt. (kl)                                                                                                                                                                           


Hintergrund:

Zu den kognitiven Fähigkeiten des Menschen gehören:

 

  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Sprache
  • Gedächtnis und Problemlösung

Ohne diese Fähigkeiten könnten wir nicht zielgerichtet Denken oder Handeln.

 

Diese kognitiven Fähigkeiten können jedoch im Laufe des Lebens durch unterschiedliche Erkrankungen beeinträchtigt werden.

 

Ab den 65. Lebensjahr steigt das Risiko für eine Demenzerkrankung stark an und verdoppelt

sich etwa alle 5 Jahre.

 

Die Demenzerkrankung ist in einer alternden Gesellschaft ein wachsendes Problem! 


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