Photokina 2016 - Neuheiten. Bilder. Meinungen. Trends.

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach und Friedhelm Herr 21. September 2016

 

Alle zwei Jahre gibt es in Köln die internationale Fachmesse Photokina.

 

Unser Redaktionsteam war auf der Fotomesse und hat Neuheiten, Bilder und Interviews

aus Köln mitgebracht.

 

Die Photo- und Bildbearbeitungs-Branche befindet sich im tiefgreifenden Umbruch, dass konnte man in den Messehallen sehen. Der Wandel von digitaler hin zu smarter Technologie ist voll im Gange.

 

Über 1000 Aussteller aus 40 Ländern und deren technische Entwicklungen zeigen diesen Umbruch.

 

Digitalkameras sind nicht mehr das Zupferd der Fotoindustrie, allein in Deutschland ist der

Umsatz um 10 Prozent eingebrochen, so wurden nur noch 3,5 Millionen Kameras verkauft,

ein Minus von 13 Prozent.

 

Besonders Kompaktkameras sind rückläufig, auf dem Vormarsch hingegen ist die Fotoanwendung

im Alleskönner Smartphone.

Natürlich gibt es auf der Photokina auch noch die klassischen Digitalkameras zu sehen.

 

Aber der Trend geht eher nach Fotodrohnen, Action-Cams, 360-Grad-Aufnahmegeräte und Datenbrillen, hier erhofft sich die Fotobranche noch Wachstumspotenzial.

 

Ein weiterer Trend ist: In klassische Digitalkameras (siehe Panasonic FZ2000) werden

immer mehr kreative Videofunktionen eingebaut.

 

Action-Cams erfreuen sich zunehmender Beliebheit besonders unter jungen Consumern.

 

Und wie die Messe zeigt, dürfte in den kommenden Jahr die Smartphone Fotografie noch

mehr an Bedeutung gewinnen (siehe unser Interview mit  Profifotograf Pavel Kaplun).

Mit der Nikon D5 und der D500 und der Canon EOS 1D X Mark II und der EOS 5D Mark IV haben

die beiden Premiumhersteller bereits ihre Topmodelle der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

Panasonic präsentiert auf der Photokina mit der FZ2000 ein neues Spitzenmodell

im Bereich Brigdekameras.

 


Interview mit Profifotograf Pavel Kaplun

Das Foto einst analog, dann digital und jetzt smart

Bilder: © rheinmainbild.de/Friedhelm Herr

 

Wir sprachen mit dem Profifotografen Pavel Kaplun über die aktuelle Situation

und welche weiteren Entwicklungen im Bereich der Smartphone Fotografie er erwartet.

 

Das Interview mit Pavel Kaplun hier

 


Wir liesen uns im Panansonic Pressebereich die neue Lumix FZ2000 zeigen.

 

Die neue Bridgekamera könnte die FZ1000 als Spitzenmodell in diesem Segment ablösen.

 

Den Begriff Nachfolger der FZ1000 lies unser Gesprächpartner von Panasonic nicht gelten,

er bezeichnete die FZ2000 vielmehr als ein weiteres und ergänzendes Modell der Lumix Serie. 

 

Die FZ2000 ist eine Superzoomkamera (20-fach-Zoom) mit einer Lichtstärke von F2,8-4,5 und

einen Brennweitenbereich von 24 bis 480 Millimeter.

 

Die neue Lumix hat einen optischen Bildstabilisator, einen 1"-Bildsensor und eine Auflösung

von 20 Megapixeln.

 

Lumix FZ2000 - Bridge Topmodel von Panasonic

Panasonic FZ2000 © rheinmainbild.de
Panasonic FZ2000 © rheinmainbild.de

 

 

 

Die Kamera ist ein Hybridmodell, denn

sie wendet sich mit ihrer Technik auch an Fotografen die auch Videos drehen wollen.

 

So soll sie laut Aussage unbegrenzt lange

4K Aufnahmen machen können.

 

Die Begrenzung auf 29 Minuten und 59 Sekunden (die bisherige Aufnahmelänge bei einer digitalen Kamera) scheint überwunden.

 

 

 

Somit dürfte die FZ2000 auch für Video-Journalisten eine interessante Alternative

zu einem wesentlich größeren und unhandlichen Camcorder sein. Die Kamera verfügt über einige

Funktionen die sonst nur Camcorder vorbehalten ist.

 


Interview mit Wolfgang Rau Präsident des DVF

Deutscher Verband für Fotografie e.V.

© rheinmainbild.de

 

FFM JOURNAL:

Herr Rau, vielleicht stellen Sie sich unseren Lesern kurz vor.

 

Wolfgang Rau:

Mein Name ist Wolfgang Rau, ich bin Präsident des Deutschen Verbandes für Fotografie.

Wir sind der größte deutsche Amateurverband für Fotografen und haben ca. 5700 Mitglieder.

 

FFM JOURNAL:

Sind Ihre Mitglieder Profi- oder Hobbyfotografen?

 

Wolfgang Rau:

Wir nehmen auch Profifotografen auf. Jeder an der Fotografie Interessierte kann Mitglied werden. Aber es sind zu 99 Prozent Hobbyfotografen. Engagierte Amateure, die auch bei unseren Wettbewerben Bilder einliefern die durchaus professionellen Ansprüchen genügen.

 

 

FFM JOURNAL:

Wie ist ihre Organisation aufgebaut, und wie kommt die im Hintergrund plakatierte Zahl

von 30.000 Mitgliedern zustande, Sie sprachen doch vorhin von 5.700 Mitgliedern?

 

 

Wolfgang Rau:

Wir haben ein Präsidium dem zehn Landesverbände untergeordnet sind und in jedem

Landesverband gibt es Vereine (Clubs) wo die Mitglieder organisiert sind. Aber es gibt auch Direktmitglieder. Denn viele Leute möchten nicht in einen Verein oder Club Mitglied werden,

die können dann Direktmitglied werden. Und durch die Gesamtzahl von Direktmitglieder und Vereinsmitglieder kommen wir auf insgesamt 30.000 Mitglieder.

 

 

FFM JOURNAL:

Der DVF macht auch öffentliche Foto-Ausstellungen wie werden sie organisiert?

 

Wolfgang Rau:

Wir haben eine ganze Reihe von Wettbewerben, wir sind sehr viel auf Ausstellungen und wir

machen auch eigene Ausstellungen. Bundeswettbewerbe organisiert das Präsidium mit Hilfe

von Vereinen die sich ehrenamtlich bereiterklären die Ausstellung zu machen. Auf Landesebene haben wir Landesfotomeisterschaften ebenso auf Bezirksebene und Kreisebene das organisieren immer die entsprechenden Vereine und zwar ehrenamtlich.

 

 

FFM JOURNAL:

Herr Rau, vielen Dank für das Gespräch und Ihnen noch gutes Gelingen auf der Messe.

 

(Das Interview mit DVF Verbandspräsident Wolfgang Rau wurde von Klaus Leitzbach durchgeführt)

 


Koelnmesse und Messebesucher sind zufrieden

Messebesucher Cem A. © rheinmainbild.de
Messebesucher Cem A. © rheinmainbild.de

 

" Als Hochzeitsfotograf habe ich mich bei meiner Arbeit an die eigene Kreativität gewöhnt. Die Messe hat mir ganz neue Impulse verschafft und war sehr inspirierend.

 

Insbesondere mein Gedankenausstausch mit Gleichgesinnten und meine Gespräche mit Ausstellungsmitarbeitern. Ich habe viel Neues gesehen und mit welchem Equipment meine Kollegen arbeiten. Für mich ist die Photokina eine ganz tolle Erfahrung. "

                                                                            Messebesucher Cem A.


Fazit:


191.000 Besucher waren begeistert von einer Vielzahl von Produktneuheiten.

Der Anteil der Besucher der Weltleitmesse unter 30 Jahre stieg um rund ein Fünftel an.

 

„ Wir haben die Anpassung des Konzeptes der photokina nicht aus Selbstzweck vorgenommen, sondern um der Imagingbranche auch in der Zukunft eine starke Business-Plattform zu bieten. Die Erschließung neuer Zielgruppen ist dafür unabdingbar – wir freuen uns sehr, dass dieses Konzept aufgegangen ist “

 

Gerald Böse, Vorsitzender der Geschäftsführung der Koelnmesse

 

 

Auch die Branche zeigte sich zufrieden nach sechs Tagen intensiver Gespräche mit Händlern, Verbrauchern und Industrievertretern. Das neue Messekonzept scheint also aufgegangen zu sein.

 

Die photokina 2016 in Zahlen:

 

An der photokina 2016 beteiligten sich 983 Unternehmen aus 42 Ländern, davon

69% aus dem Ausland.

 

Darunter befanden sich 211 Aussteller und 97 zusätzlich vertretene Firmen aus Deutschland

sowie 460 Aussteller und 215 zusätzlich vertretende Unternehmen aus dem Ausland.

 

Schätzungen für den letzten Messetag einbezogen, kamen zur photokina 2016

rund 191.000 Besucher aus 133 Ländern.

 

Die nächste photokina findet von Dienstag, 25. September bis Sonntag, 30. September 2018 statt.

(kl+fh)