Symbolische Inbetriebnahme der barrierefreien U-Bahnstation Preungesheim

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach 30. November 2015

"Wir haben mit dieser Haltestelle praktisch den Endausbau in Richtung Frankfurter Berg vorweggenommen, denn wir haben hier bereits alles so gebaut, dass wir dann ohne erneute Umbauten hier dann durchbauen können bis zum Frankfurter Berg" 

Verkehrsdezernent Stefan Majer

VGF Geschäftsführer Michael Budig und Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer freuen sich über die barrierefreie Station

© rheinmainbild.de/Klaus Leitzbach (alle Bilder des Artikels)

 

Strömender Regen und eisiger Wind begleitete die symbolische Inbetriebnahme der barrierefreien U-Bahn-Station "Preungesheim".

 

Michael Budig (VGF-Geschäftsführer) und Stefan Majer (Verkehrsdezernent) informierten Medienvertreter auf den neuen Bahnsteigen über die bisherigen Arbeiten und den weiteren barrierefreien Ausbau der Linie U5.

 

Während der fünfmonatigen Bauzeit wurde die ganze Anlage der Station mit Technikgebäude, drei Gleisen, Weichen sowie einem Seiten- und einem Mittelbahnsteig modernisiert, wie Majer erläuterte.

 

Beide sind rund 80 Meter lang und ermöglichen den künftigen Einsatz von Drei-Wagen-Zügen der neuen Baureihe vom Typ U5, die bereits auf anderen Strecken unterwegs sind.

 

"Bevor nicht die letzte Station barrierefrei umgebaut ist, können wir die neuen tollen U-Bahnwagen der Baureihe U5 einsetzen,...wir bewegen uns jetzt von Haltestelle zu Haltestelle und wir sind auf der Zielgeraden"

...nächsten Sommer soll es dann soweit sein, dass wir dann beim sogenannten kleinen Fahrplanwechsel die neuen U5 Fahrzeuge können und dann haben wir die Barrierefreiheit auf der kompletten Länge realisiert"

Stefan Majer

 

Barierrefreie Station mit alten Stadtbahnwagen vom Typ Ptb

Linie U5 "noch" Pt-Wagen                                   Stefan Majer                           Neue Hochbahnsteige                © rheinmainbild.de

Die neuen U-Bahnfahrzeuge sollen dann nach dem barrierefreien Ausbau der Stationen "Musterschule" und "Glauburgstraße" im Sommer 2016 auf der Strecke der U5 zwischen Hauptbahnhof und Preungesheim fahren, so Majer weiter.

 

VGF-Geschäftsführer Budig informierte während des Pressetermins über die Kosten und auch den weiteren Ausbau der Strecke.

 

"Anders als bei bisherigen U5-Stationen war in Preungesheim ein aufwendiger Gleis- und Weichenbau notwendig, denn die Station hat

 

mit Blick auf eine mögliche Verlängerung der U5 Richtung Frankfurter Berg drei Gleise mit den entsprechenden Weichenverbindungen", so Budig.

VGF-Geschäftsführer Budig bezifferte die Gesamtkosten auf rund 4,84 Millionen Euro.

 

Gefördert wurde der Umbau durch GVFG- und FAG-Mittel* mit rund 2,43 Millionen Euro sowie

rund 1,5 Millionen Euro aus der Stellplatzablöse.

 

Majer und Budig gaben auch einen Ausblick auf die weitere Verlängerung der Linie U5 ins Europaviertel und zum Frankfurter Berg, wobei der Zeitpunkt der Verlängerung zum Frankfurter Berg noch wage ist, so Budig.

"Wann die Trasse zum Frankfurter Berg verlängert wird hängt davon ab, welche Fördergelder die Bundesregierung künftig für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bereitstellt"

VGF-Geschäftsführer Michael Budig

 

Die Vorbereitungsarbeiten indes zur Verlängerung am anderen Ende der Strecke ins Europaviertel laufen bereits. Mit einer Fertigstellung der dort zu bauenden Trasse wird im Jahr 2022 gerechnet.

 

Medienvertreter und Verantwortliche stehen im Regen

Dauerregen und eisiger Wind bei der Wiederinbetriebnahme der barrierefreien Station Preungesheim © rheinmainbild.de

 

Auch bei der Realisierung der beiden im kommenden Jahr neu zubauenden Stationen "Musterschule" und "Glauburgstraße", zeigte sich Stadtrat Majer auf unsere Nachfrage optimistisch:

 

Unsere Nachfrage zum Umbau der derzeitig noch vorhandenen Station "Neuer Jüdischer Friedhof" beantwortete Verkehrsdezernent Majer so: "Dazu haben wir noch keine abgestimmte Planung, diese wird gegenwärtig noch vorangetrieben, und kann aber dann zu einen späteren Zeitpunkt auch noch realisiert werden."

 

Dies bedeutet für die Fahrgäste, dass sie im kommenden Jahr nach Abschluss der Bauarbeiten der beiden Station im Nordend, neben der Station Marbachweg auch auf die derzeit vorhandene Station

 

"Neuer Jüdischer Friedhof" (vormals Prieststraße und zuvor Versorgungsamt) verzichten müssen.

 

Ihnen bleibt nur noch der längere Weg in Richtung Norden zur Station Marbachweg/Sozialzentrum oder im Süden zur Station Hauptfriedhof. "Dies wird während dieses Zwischenzustands nicht zu verhindern sein", so Stadtrat Majer zu FFM JOURNAL.

 

Erfahrungsgemäß kann dieser Zustand jedoch sehr lange dauern.

 

Bis Frankfurts politische Entscheidungsträger diesen weiteren kostenintensiven Stations-Neubau absegnen, werden wohl noch viele Züge der Linie U5 an der ehemaligen nicht barrierefreien Station "Neuer Jüdischer Friedhof" ohne Halt durchfahren. (kl)

 

Hintergrund:

Der neue U-Bahnwagen Baureihe Typ U5

* Weitere Infos und Erklärungen zu den Begriffen GVFG- und FAG-Mittel