Gelbe Karte für E-Scooter auf Gehwegen in Frankfurt

redaktioneller Beitrag von Klaus Leitzbach veröffentlicht 29. April 2022

Gelbe Karte für E-Scooter auf Gehwegen in Frankfurt © Archiv photo-alliance.de
Nicht immer stehen Elektroroller aufgereiht wie hier am Markus Krankenhaus © Archiv photo-alliance.de

 

In dieser Woche fand im Bereich der Hauptwache der der Aktionstag zu E-Scootern statt. Er wurde organisiert vom Blinden- und Sehbehindertenbund in Hessen e.V. (BSBH), der an einem Stand über die Aktion informierte. Weitere Teilnehmer an diesem Aktionstag der ADFC, die Verkehrswacht Frankfurt am Main, die Polizei sowie die Frankfurter Stiftung für Blinde und Sehbehinderte.

Kreuz und quer auf Gehwegen stehende oder liegende Elektroroller prägen mittlerweile Frankfurts Straßenbild, von denen es im vergangenen Jahr ca. 6500 in der Stadt gab.

Das rücksichtslose Verhalten ihrer Benutzer bildet eine große Unfallgefahr für viele Menschen, insbesondere für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderung. Blinde und sehbehinderte Menschen sind besonders betroffen, denn sie bemerken die unerwartete Barriere erst bei direkter Kollision.

 

Mit der Aktion im Frankfurter Stadtzentrum "Gelbe Karte für E-Roller" sollte auf dieses Problem aufmerksam gemacht werden. 

 

Mit der Frankfurter Aktion schließt sich der BSBH der "Gelbe-Karte-Aktion" des Allgemeinen Blinden- und Sehbehindertenvereins Berlin (ABSV) an. In Berlin werden Roller, die im Weg stehen oder liegen, mit einer gelben Karte markiert. Dies soll Fahrer- und Fahrerinnen von E-Scootern sensibilisieren, ihren Roller nach Gebrauch sicher abzustellen, und Rollerfahrende als auch Veleihende zu mehr Rücksichtnahme aufzufordern.

 

Verkehrsdezernent Stefan Majer:

Stefan Majer © Archiv photo-alliance.de / Klaus Leitzbach
Stefan Majer © Archiv photo-alliance.de / Klaus Leitzbach

 

 

 

 

 

„E-Scooter sind vor allem bei jungen Menschen beliebt und können den Mobilitätsmix im Sinne der Mobilitätswende bereichern."

 

 

 

Auch die Stadt Frankfurt ist an einer Entschärfung der Situation interessiert, Stadtrat Stefan Majer sagt:

 

„E-Scooter sind vor allem bei jungen Menschen beliebt und können den Mobilitätsmix im Sinne der Mobilitätswende bereichern. Sie können aber auch zur Gefährdung für die E-Scooter-Fahrer:innen selbst wie für andere Verkehrsteilnehmende werden, wenn sie regelwidrig genutzt oder achtlos und nicht ordnungsgemäß im öffentlichen Raum abgestellt werden.“

 

Häufig werden die Fahrzeuge zu zweit genutzt, es wird auf Fußgängerwegen gefahren oder aber entgegen der Fahrtrichtung. Auch Rotlichtverstöße können im Alltag beobachtet werden. Im Rahmen von Kontrollmaßnahmen werden sich falsch verhaltende Fahrzeugführende belehrt, aber auch verwarnt.

 

Darüber hinaus kümmert sich die Städtische Verkehrspolizei speziell um behindernd abgestellte E-Scooter und platziert diese um, so dass von diesen gerade für seh- und gehbehinderte Personen keine Gefahr mehr ausgeht. Gravierende Verstöße werden hierbei ebenfalls zur Anzeige gebracht. (kl)